Feld- und Survivalmesser für die Krisenvorsorge - Ein Muss für jeden Prepper

Ein solides, vielfältig einsetzbares Feldmesser gehört in jede Krisenvorsorge und Prepperausrüstung - sei es für den Fluchtrucksack, für den Get-Home-Bag oder als EDC, das stets getragen wird. Wer allerdings vor dem Kauf steht und noch wenig Erfahrung hat, trifft einen Dschungel mit vielen (guten und schlechten) Produkten, schlechten Produktreviews und unzähligen Online-Debatten mit wenig Know-how. Mit unseren über 20 Jahren Erfahrung als Feldmesser Benutzer haben wir hier unsere besten Empfehlungen und die wichtigsten Informationen zusammengetragen und aufbereitet.

Feldmesser in Gebrauch um feine Holzspäne zu fertigen und damit im Krisenfall ein Feuer zu entfachen.

Aufgrund verschiedener Eigenschaften waren Messer schon immer eines der wichtigsten Survival-Tools für Menschen: Sie sind leicht, günstig, sehr effektiv in vielen Situation und trotzdem einfach in der Anwendung. Es gibt natürlich eine Vielzahl anderer Werkzeuge mit Klingen (siehe z.B. unsere Guides zu Multifunktionstools oder Äxten und Handbeilen und natürlich noch einigen mehr). In diesem Review fokussieren wir uns aber auf die essentiellen Allrounder-Klingen, die wir in einem Notfall zur Hand unbedingt zur Hand brauchen. Das Feldmesser hat typischerweise etwa die Grösse deiner Hand und ist die primäre Wahl für deinen Fluchtrucksack. Alle anderen Klingen und Werkzeuge sind in der Regel redundante Backups oder für speziellere Arbeiten vorzusehen - z.B. Eine Axt oder eine Säge.

Zusammenfassung

Die wichtigsten Punkte aus diesem Artikel im Überblick:

  • Messer sind vielseitig und in vielen Situation sehr nützlich. Du bist aber kein Elitesoldat und wirst damit weder einen grossen Baum fällen noch die bösen Jungs aufhalten.
  • Die meisten Feldmesser die etwas taugen sehen unspektakulär und langweilig aus. Das hat seinen guten Grund: Jahrhunderte-lange Erfahrung ist besser als ein exotischer und gefährlicher Look. Bleib bei der Wahl deines Survivalmessers am Boden!
  • Wir empfehlen, insofern möglich, sowohl für den Fluchtrucksack wie auch für den Get-Home-Bag je ein Feldmesser anzuschaffen. Top Priorität sollte das Messer im Fluchtrucksack haben - insofern Du im Get-Home-Bag ein Multifunktionstool hast.
  • Viele Feldmesser mit guter Qualität kosten um die 100 Euro - es gibt allerdings einige gute Optionen für weniger Geld. Selbstverständlich gibt es sehr gute und sehr schöne Messer für teures Geld (>200 Euro) - das ist aber ausser für Liebhaber nicht notwendig.
  • Feste Klingen (Vollerl) sind für dauerhaften Einsatz besser geeignet als Klappmesser. Festgestellte Klingen sind schlicht robuster.
  • Klingen die länger als 15 cm sind, sind unhandlich. Für die meisten Prepper sind Klingenlängen von 9-14 cm optimal. Übertreib es nicht!
  • Die Materialbearbeitung (Temperaturverlauf) ist mindestens gleichwichtig, wie das Material das für die Klinge verwendet wird.
  • Die Klingenform und der Schliff sind in vielerlei Aspekten Geschmacksache - einige lassen sich mit wenigen Fähigkeiten auch selber erstellen.
  • In vielen Fällen sind die mitgelieferten Messerschneiden nicht optimal - viele Hersteller gehen davon aus, dass Du diese sowieso ersetzen wirst.
  • Wichtig ist, auch, mit dem Messer zu Arbeiten und Erfahrung zu sammeln. Ein Minimum an Unterhalt - nämlich das Schleifen der Klinge, solltest Du selbst durchführen können.

Unser Favorit bei den Feld- und Survivalmessern ist das Morakniv Mora Bushcraft Survival Messer. Optisch nichts spezielles, aber genau so wie ein Messer sein soll. Gut ausbalanciert, eine Klingenlänge von fast 11 cm und aus 60HRC High Carbon Stahl mit zusätzlicher Beschichtung. Der einizige Punkt den man beachten sollte, ist dass die Korrosionsbeständigkeit. Der Kunststoffgriff überzeugt mit rauer Oberfläche und gutem, sicheren Griff. Die Scheide ist brauchbar. Sehr gutes, schwedisches Qualitätsprodukt das typischerweise zwischen 60 und 80 Euro kostet.

Unser Favorit
Das Mora als Klassiker ist unser Favorit. Gemässigter Preis für ein sehr gutes Arbeitstier. Aus Carbon-Stahl. Mit Feuerstahl und im Messeretui integrierter Diamantschärfer. Auch in anderen Farben erhältlich. Damit macht man nicht viel falsch.

Auch überzeugen kann uns das etwa doppelt so teure Fallkniven F1. Das schwedische Militär verwendet dieses Messer nicht aus schlechten Gründen: Es hat die richtige Klingenlänge, einen feststehenden Vollerl, Drop-Point Spitze aus korrosionsbeständigen VG10 Edelstahl. Das Fallkniven F1 ist ein klassisches und zeitloses Survivalmesser von einem überzeugenden Hersteller. Unserer Meinung nach ist es auf Augenhöhe mit dem Mora - kostet aber um das doppelte davon. Nocheinmal: Dafür ist es korrosionsbeständig.


Auch sehr überzeugend:
Ebenfalls gut:
Fallkniven F1 Swedish Military
Eines der klassischen Survival- und Prepper-Messer. Edelstahl, Vollerl, gutes Design und Balance - sehr gutes Preis/Leistungs-Verhältnis. Das Hunter-Messer aus 1095 Carbonstahl mit zusätzlicher Antikorrosionsbeschichtung und einem robusten Micarta Griff überzeugt.

Auch zu den besten drei Feldmessern des mittleren Preissegements gehört das Tops B.O.B. Hunter Jagdmesser. Preislich noch etwas teurer als das Fallkniven F1 und aus Carbonstahl, reicht es in unseren Augen aber nicht um die beiden anderen von den Rängen zu vertreiben.

Wem das Mora Bushcraft oder das Fallkniven F1 zu teuer ist, der wird auch im unteren Preissegment fündig. Das Schrade SCHF36 ist ein eher neues Messer, das an Popularität gewinnt - und für die meisten Fälle einen guten Job macht. Wer das Messer allerdings allzuoft ans Limit treibt, muss damit rechnen, dass irgendwann die Klinge zerbricht. Ähnliches gilt für den Condor Swamp Romper, der für knapp 60 Euro zu haben ist.


Beste Budget Optionen:
Schrade - Outdoormesser - SCHF36
Eines der wenigen Budget-Messer die man kaufen kann. 1095 Carbon-Stahl das unter 40 Euro kostet. Sehr günstig und trotzdem gut. Sehr guter und schöner Messergriff - Carbon-Stahl braucht allerdings etwas Pflege.

Top Feldmesser:
Winkler Messer II Woodsman Black
Sehr solides und im Feld getestetes Survivalmesser.

Wer keinen oder nur sehr limitierten finanziellen Grenzen unterliegt, der kann sich mit unseren beiden Top-Survivalmessern eine Freude bereiten. Sowohl das Winkler Belt Knife wie das Fiddleback Forge Duke lassen absolut keine Wünsche offen. Preise deutlich 200 Euro sind hier zu zahlen - allerdings hat man so ein Messer tatsächlich Jahrzehnte als Begleiter.


In diesem Artikel

Rechtliche Grundlagen für Feld- und Survivalmesser

Das Recht variiert je nach Nation, Länder und Regionen - kläre sauber ab, ob und in welcher Form Du ein Messer tragen oder benutzen darfst. In Deutschland zum Beispiel gilt, dass das offene Tragen eines Messer mit feststehender Klinge und einer Klingenlänge von mehr als 12cm grundsätzlich verboten ist. Nur bei berechtigtem Interesse und dem richtigen Behältnis gelten Ausnahmen. Geh davon aus, dass die rechtliche Grundlage sich in der Schweiz, Österreich und in Deutschland unterscheiden und recherchiere gründlich, was Du darfst und was nicht.

Wie Feldmesser verwendet werden (und wie nicht)

Wie bei jedem Survival-Tool gilt: Je spezialisierter ein Werkzeug ist, desto besser ist es für eine Anwendung geeignet - aber es ist weniger oft hilfreich. Eine der wichtigsten Regeln für die Katastrophen-Vorbereitung ist, dass Du nicht weisst, was passieren wird. Es macht daher Sinn, sehr wenige spezialisierte Tools zu beschaffen und vermehrt auf die Vielfältigkeit der Werkzeuge zu achten. So wirst Du im Falle eines Notfalls zwar nicht die optimale Lösung haben, aber Du wirst die Aufgabe lösen können. Bereite Dich deswegen nicht nur auf dein Worst-Case-Szenario (z.B. einen Angriff eines wilden Tieres) - sondern auf die realen Gefahren und Herausforderungen die Dir gestellt werden könnten.

Eine sinnvolle Herangehensweise bei der Wahl des Messers ist, sich vorzustellen, was unsere Ahnen mit einem Messer alles gemacht haben:

  • Schneiden, schälen und zubereiten von Esswaren oder das Öffnen von verpackten Nahrungmitteln.
  • Fischen und Jagen und das säubern des Fleisches.
  • Feuer machen in dem kleine Gruben in Feuerholz gebohrt werden oder Zunder von Bäumen gekrazt wird. Funken von einem Feuerstein erzeugen.
  • Schutz und Unterschlupf bauen.
  • Herstellen von Werkzeugen oder Fallen
  • Medizinische Versorgung und kleine operative Eingriffe. Zum Beispiel das Entfernen von Kleidung oder Partikeln in einer Wunde.
  • Selbstverteidigung gegen andere Menschen oder Tiere - aber nur wenn keine andere Option mehr besteht.

Dinge die Du mit deinem Feldmesser oder einem Survivalmesser nicht tun wirst sind folgende:

  • Das Messer werfen - als Jagdwaffe oder zur Selbstverteidigung. Das ist einfach nicht sinnvoll.
  • Dich durch dickes Gehölz oder Wälder schlagen - dafür ist das Messer nicht gemacht.
  • Grosse Bäume fällen und Brennholz schlagen.
  • Einen Wolf, einen Bären oder ein anderes wildes Tier damit bekämpfen.

Der primäre Verwendungszweck von Messern ist das Schneiden. Stechen, Bohren und Hacken sind sekundäre Verwendungsmöglichkeiten. Natürlich gibt es spezialisierte Klingen, die besser für einen Durchstich geeignet sind (z.B. die Klingenform) oder andere die eher fürs Hacken gut sind (Grösse). Auch Dinge wie Graben oder eine Tür öffnen (aufhebeln) sind nicht unbedingt wofür ein Messer gemacht ist (und einigen Messerenthusiasten würden die Haare zu Berge stehen, wenn man nur daran denkt). Wir glauben aber, dass man nie weiss, was in einer Krise auf einen zukommt - möglicherweise braucht man just in dem Moment ein Messer für Dinge, wofür es nicht gedacht ist. Ein gutes Survivalmesser muss entsprechend auch mal einem fremden Zweck dienlich sein. Robustheit ist entsprechend eines der wichtigsten Kriterien für die Beurteilung eines guten Survivalmessers.

Die ideale Kombination von Klingenwerkzeugen

Wer sich ein wenig mit Ausrüstung und Equipment für die Krisenvorsorge auseinandersetzt, merkt schnell, dass es nicht ein Tool gibt, welches alle Bedürfnisse abdecken kann. In diesem Artikel sprechen wir von Feldmessern mit mittelgrossen Klingen - sehr nützlich für eine Vielzahl von Aufgaben, aber nicht um Holz zu hacken oder um sich durchs Dickicht zu schlagen. Dafür empfehlen wir eine "grosse Klinge" in der Kombination der Klingenwerkzeuge.

"Grosse" Klingen können für einige eine grösser Messerform (Bowie Messer, Machete, Bolo,..) oder auch eine Axt oder ein Beil sein. Unser Favorit ist klar eine Axt, die Gründe dafür beschreiben wir hier. Es ist wichtig zu verstehen, dass Äxte und grosse Messer nicht exakt dem gleichen Verwendungszweck entsprechen: Eine Axt ist ein Werkzeug um zu Hacken und zu zerschlagen, kann aber auch als Waffe verwendet werden. Im Gegensatz dazu ist ein Bowie Messer eher als Waffe geeignet, kann aber gelegentlich auch zum Hacken von Holz gebraucht werden.

Eine andere Funktion, die sowohl mit einem Feldmesser, als auch mit grossen Messern und Äxten nicht abdeckt ist, ist eine Vielzahl unterschiedlicher Werkzeuge zu vereinen. Multifunktionstools sollten deswegen ebenfalls einen entsprechenden Platz in der idealen Kombination von Klingenwerkzeugen haben.

Unsere Empfehlung der Klingenwerkzeuge ist entsprechend:

  • Feld- oder Survivalmesser
  • Klingenwerkzeug zum Hacken (Axt oder Handbeil)
  • Multifunktionstool

Unsere Strategie, ist über Fluchtrucksack, Get-Home-Bag und im Zuhause (inkl. Auto) von jedem der Tools mindestens zwei Stück zur Hand zu haben.


Feld- und Survivalmesser: Basics


Gewöhnliches Küchenmesser um die grundlegenden Begriffe eines Messers zu erklären.

Den vorderen Teil der Klinge wird oft auch Bauch genannt und ist für die feinen Schnitte zuständig. Der hintere Teil wird in der Regel fürs "Hacken" gebraucht.

Die Klingenspitze gibt es in verschiedenen Formen - Drop-Point (nach aussen gewölbt beim Klingenbauch), Clip-Point (nach innen gewölbt beim Klingenbauch), oder Speerförmig. Alle haben ihre Berechtigung und sind für die eine oder andere Anwendung ideal.

Klingenrücken: Die meisten Feldmesser haben einen geraden Klingenrücken, ohne geschwungene oder gezackten Schliff (die Wartung von solchen Schliffen ist schwierig und deswegen nicht empfehlenswert - einzige Ausnahme: Um mit dem Daumen besseren Halt zu haben gibt es gezackte Klingenrücken.). Mit einem geraden Klingenrücken lässt sich etwas hämmern oder ein Funke mit einem Feuerstein erzeugen. Wenn der Klingenrücken abgerundet ist, ist dass in der Regel nicht mehr möglich.

Der Bart und der Handschutz vorne sind typischerweise eine halbrunde Ausbuchtung, in dem sich der Zeigefinger einlegen lässt. In der Kombination verhindern sie ein abrutschen der Hand in das Klingenblatt (und damit schwere Verletzungen) und ermöglichen ein kontrollierteres Verwenden des Messers. Nachteil: Man kann das Messer damit leichter verheddern. Es gibt Messer mit kleineren Aussparunge, die vorwiegend das Schärfen der Klingen erleichtern.

Der Handschutz hinten verhindert, dass das Feldmesser Dir aus der Hand rutscht.

Der Messerkropf ist der flache Teil der Klinge zwischen dem Klingenblatt und dem Griffstück - also dem Heft.

Das Heft beschreibt das Griffstück des Messers. Ein gut gefertigtes Griffstück gibt gute Kontrolle über das Messer und sorgt für eine ausgewogene Balance (was absolut Geschmackssache ist). Meistens besteht das Heft aus zwei Stücken welche das Metall der Klinge (den Erl) einfassen.

Der Heftknopf ist der hinterste Teil des Griffstücks und ist in manchen Fällen funktionell. So gibt es Heftknöpfe die spitz zugeschliffen sind, um zum Beispiel Gläser einschlagen zu können. Flache Heftknöpfe können fürs Hämmern verwendet werden.

Das richtige Feldmesser für die Krisenvorsorge

Ganz ehrlich - wir können Dir nicht dein Lieblingsmesser vorbeizaubern. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten - aber wir helfen Dir auf die richtigen Eigenschaften zu achten und begründen unsere Argumente so gut wie geht. Am Ende wirst Du aber erst beurteilen können, ob ein Messer Dir liegt oder nicht, wenn Du damit gearbeitet hast. Deswegen unsere wichtigsten Ratschläge in der kürze:

Das ideale Feldmesser für die Krisenvorbereitung und den Katastrophen-Fall hat folgende Eigenschaften:

  • Vollerl: Das Messer sollte aus einem sogennanten Vollerl bestehen (englisch Full Tang). Das heisst, ein einzelnes Metallstück reicht von der Klingenspitze bis ans hintere Ende des Griffstücks (also den Heftkopf). Nachteile vom Vollerl können das Gewicht und die Balance sein - dort wird allerdings oft ausgebessert, in dem der Erl mit Löchern versehen wird.
  • Festehende Klinge: Im Prinzip schon durch den Vollerl gegeben - die Klinge sollte feststehend sein. Klappmesser haben ihren Reiz, und sind in viel Situation nützlich, aber nicht als Feldmesser. Grund: Klapmesser sind nicht gleich robust. Das letzte was Du brauchen kannst, ist wenn in der Krise dein Messer auseinanderbricht. Egal wie robust dein Klappmesser ist, es wird immer weniger aushalten als ein vernünftiges festehende Feldmesser.
  • Wir empfehlen Klingenlängen zwischen 9cm und 14cm - länger macht wenig Sinn, weil du weniger genau Arbeiten kannst..
  • Vermeide Geschwungene und exotische Klingenformen , denn diese lassen sich, wenn überhaupt, nur mit Schwierigkeiten schärfen noch haben sie einen spezifischen Mehrwert für Situationen, die Du nicht vorausplanen kannst.

Die ideale Klingenlänge

Auch wir mögen die Idee von grossen und exotischen Klingen - Realität ist aber, dass die ideale Klingenlänge für ein gutes Survivalmesser nur gerade zwischen 9 und 14cm lang ist. Die grosse Mehrheit von Messern die durch Militärangehörige oder erfahrene Survivalisten gebraucht werden, sind in dieser Länge anzutreffen. Diese Länge hat sich also weitestgehend durchgesetzt. Der Grund dafür sind die Einsatzmöglichkeiten und die Hebelwirkungen, die sich mit dem Messer und dieser Klingenlänge ergeben.

Der Teil der Schneide der näher am Heft (also am Griff) liegt, wird vorwiegend fürs grobe Schneiden und Hacken verwendet. Währenddessen wird der Bauch, also der Teil bei der Klingenspitze, für feine Schnitzarbeiten und genaue Schnitte gebraucht (z.B. aus medizinischen Gründen). Je weiter entfernt die Klingenspitze vom Griffstück, also auch von deiner Hand ist, desto schwieriger ist es die Schnitte genau zu kontrollieren. Den Klingenspitz näher zu deiner Hand zu bringen reduziert also die Ermüdung und damit die Frustration, ein Feldmesser auch wirklich sinnvoll benutzen zu können.

Es gibt Prepper, Bushcrafter und Survival-Gurus die gerne mit grösseren Klingen arbeiten - wir sind allerdings der Meinung, dass grössere Messer besser durch andere Werkzeuge, zum Beispiel Handbeile, Äxte oder auch Macheten ersetzt werden sollten.

Klingentyp und Form

Die Klingen von Feldmessern sind in verschiedensten Formen erhältlich. Es gibt hier einen einzigen guten Ratschlag, den es zu befolgen gilt:

Lass die Finger von Klingen die exotisch und gefährlich aussehen. Wenn die Klinge langweilig und gewöhnlich aussieht, hat das Messer das Potential, wirklich nützlich zu sein!

Messer und Klingen werden seit Jahrtausenden gebraucht, geschmiedet und verbessert. Viele Formen wurden schon ausprobiert und es setzen sich immer wieder konventionelle und "langweilige" Designs durch. Das hat seinen Grund - bis die Metallurgie neu erfunden wird und es deutlich robustere Materialien gibt, wird sich daran auch nicht so schnell etwas ändern. Wir empfehlen deswegen, die klassischen Klingenformen zu berücksichtigen.

Klingenformen von Survivalmessern: Clip Point, Speerkopf und Drop-Point Klingen fürs Feldmesser.

Bei den klassischen Klingenformen gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Designs, die fliessend ineinander übergehen. Es gibt Speerkopf-Klingen die als Clip-Points oder als Bowie-Messer deklariert werden und umgekehrt. Es macht keinen Sinn, sich zu lange damit zu befassen. Wir stellen deswegen die wichtigsten vor und überlassen es Dir, deine deine Präferenzen zu erkunden.

  • Drop Point Klingen sind vermutlich die am häufigst anzutreffende Variante. Solche Klingen haben einen aussreichend ausgeprägten Klingenbauch um damit effizient schneiden zu können. Die Klingenspitze ist stark, aber nicht sehr spitzig, und damit weniger als Stichwaffe geeignet.
  • Spear Point Klingen haben eine etwas tiefer gelegene Klingenspitze als die Drop Point Variangen. Da viel Klingenmaterial hinter der Spitze liegt, ist die Gefahr des Abbrechens ziemlich gering. Typischerweise werden Speerkopf-Klinen als Stichwaffen eingesetzt und sind damit vorwiegend bei Prepper die sich auf Selbstverteigung fokussieren, beliebt.
  • Clip Point Klingen haben einen abgewinkelten Klingenrücken gegen die Klingenspitze (auf englisch oftmals "Swedge" genannt). Der Swedge ist meistens nicht geschliffen und sorgt dafür, dass die Klingenspitze ausreichend stabil ist und beim Stechen nicht abbricht. Clip Point Messer sind können irgendwo zwischen Drop-Points und Spear-Points eingeordnet werden.
  • Sowohl Harpunen-Klingen wie auch Tanto-Messer sind vorwiegend für den Nahkampf optimierte Messer mit einem Fokus als Stichwaffe.
  • Sheepfoot-Klingen sind eine gute Lösung für jemanden der sich mit dem Holzschnitzen beschäftigt. Damit lassen sich z.B. Holzwerkzeuge relativ schnell selber fertigen.

Das beste Material für Klingen

Eines vorneweg: Die Wärmebehandlung ist weitaus wichtiger als die Materialsorte. Das gilt besonders für Klingenmaterialien und gilt immer! Bevor Du also in eine der unzähligen Online-Diskussionen betreffend der Materialwahl verfällst - spar Dir die Zeit und mach Dir Gedanken über die Wärmebehandlung.

Die Wärmebehandlung ist der Prozess des kontrollierten aufheizen und abkühlen eines Metalls - so wird die Gitterstruktur verändert und das kann, wenn richtig angewandt, zu einer härteren und robusteren Klinge führen. Viele der kleinen Messerproduzenten haben ihr Wärmebehandlungs-Rezept perfektioniert und hüten es wie ihren Augapfel - es ist der wichtigste Unterschied zu anderen Messerherstellern (natürlich auch die Form, die Balance, und die Optik).

Es ist deswegen empfehlenswert, Klingen und Messer von einem bewährten Hersteller zu kaufen. Hol Dir niemals ein Messer von jemandem, dem Du nicht vertraust und nur weil ein bestimmtes Material verwendet wird! Du hast praktisch keine Möglichkeit das Klingenmaterial zu überprüfen - das wäre eine sehr teure Angelegenheit für eine Privatperson.

Wichtig ist auch zu verstehen, dass sich in den letzten etwa 20 Jahren sehr viel getan hat im Bereich der Metallurgie: Das heisst, moderne Materialien sind nicht mehr so empfindlich auf die Wärmebehandlung wie ältere Materialien. Dadurch wird die Konkurrenz fürin bestehende Messerlieferanten etwas grösser. Als Resultat solltest Du vorallem bei älteren und konventionellen Stählen auf Lieferanten mit guter Reputation achten. Bei neueren Stahlsorten, ist das etwas weniger wichtig, sollte aber immer noch einen wesentlichen Teil deiner Entscheidung sein.

Stahlqualitäten und Charakteristiken

Die entscheidenden Materialcharakteristiken für ein Survivalmesser sind die folgenden:

  • Stahl-Härte: Härtere Stahlqualitäten sind langlebiger und brauchen deswegen weniger Pflege. Die Klinge bleibt länger scharf. Härte wird mit in Rockwell und verschiedenen Skalen gemessen (Beispiel 55 HRC für ein Schweizertaschenmesser, 61HRC für ein hochwertiges Kochmesser, usw). Der Nachteil von sehr harten Klingen ist, dass sie in der Regel sehr brüchig sind. Das bringt uns zu der nächsten Charakteristik, die wichtig ist:
  • Sprödigkeit: Metalle (oder allgemein Materiale) sind spröde, wenn sie brechen bevor sie sich verformen. Glas, Diamanten und Keramik sind gute Beispiele für sehr spröde Materialien - diese sind eben oftmals sehr hart. Metalle sind in der Regel duktil - lassen sich also verformen bevor sie brechen. Das ideale Messer hat eine niedrige Sprödigkeit - denn so verformt sich die Klinge bei seitlichem Druck und bricht nicht ab. Eine verformte Klinge lässt sich wieder richten und schärfen. Wenn allerdings ein Stück der Klinge rausbricht, ist nicht mehr viel zu machen. Sprödigkeit und Härte sind die beiden wichtigsten Eigenschaften, die in einem guten Survivalmesser in der Waage gehalten werden müssen.
  • Korrosionsbeständigkeit: Rost, Lochfrass oder Veränderungen der Oberflächen (Patina) können aufgrund der äusseren Elemente ein Feldmesser schädigen. Auch das Schneiden von sauren oder basischen Lebensmitteln sollte dem Survivalmesser nichts anhaben können. Die Korrosionsbeständigkeit ist entsprechend für die Krisensituation wichtig. Wer Messer kauft und sie nicht als Werkzeug, sondern als Sammlerstücke, benutzt, dem spielt die Korrosionsbeständigkeit natürlich keine Rolle. Ein Feldmesser sollte
  • Verschleissfestigkeit: Wie lange eine Klinge das tun kann, wofür sie gemacht ist. Also ein Messer zum Beispiel die Anzahl der Schnitte oder für ein Beil die Anzahl der Schläge. Dabei hat auch die Form der Klinge und der Querschnitt einen erheblichen Einfluss - nicht nur das Material.
  • Fähigkeit eine Klinge zu schärfen: Auf Mikroskopischer Ebene kann eine Klinge durch gewöhnliche Abnutzung, Einbuchtungen oder Materialausbrüche abstumpfen. Die Fähigkeit die Klinge zu schärfen bedeutet einfach nur, die Schneide wieder intakt zu setzen. Bei gewöhnlichen Abnutzung oderBruchstücken, die sich aus der Schneide gelöst haben, bedeutet dass, dass Du Metall entfernen musst um wieder eine durchgehende Klinge zu erhalten. In solchen Fällen ist eine Klinge mit etwas kleinerer Verschleissfestigkeit praktischer weil sich das Material einfacher entfernen lässt. Ein Messerstahl, der eine sehr gute Verschleissfestigkeit besitzt, wird weniger beschädigt, ist aber in der Regel für die Pflege und das Schärfen etwas aufwändiger in der Bearbeitung.

Carbonstahl und Edelstahl im Surival-Szenario

Carbonstähle werden von vielen Preppern und Survival-fans als Klingen von Feldmessern bevorzugt. Dafür gibt es gute Gründe, denn generell gilt:

  • Carbonstahl ist härter als Edelstahl.
  • Carbonstahl ist weniger spröde als Edelstahl.
  • Carbonstahl hat eine bessere Verschleissfestigkeit als Edelstahl

Wieso also nicht einfach einen Carbonstahl auswählen und die Sache ist damit gegessen? Carbonstähle sind nicht korrosionsresistent - dass heisst sie werden durch Wasser und Säurehaltige Lebensmittel angegriffen. Es ist sogar so, dass eine Verbesserung der oben genannten Eigenschaften gleichzeitig eine Verschlechterung der Korrosionsbeständigkeit mit sich zieht. Frustrierend!

Korrosionsbeständigkeit ist für ein Survivalmesser eine wichtige Sache. Während einer Krisensituation wirst Du nicht immer darauf achten können, dass deine Klinge sauber, trocken und gut geölt ist. Innerhalb weniger Stunden kann so Rost entstehen und deine Klinge ist schon bald unbrauchbar und muss erst wieder gepflegt werden.

Edelstahl auf der anderen Seite wurde vorwiegend für medizinische Anwendungen und die Nahrungsindustrie entwickelt - dort sind Feuchtigkeit, Salze und Säuren allgegenwärtig und der Unterhalt kann durch die richtigen Materialien reduziert werden. Allerdings sind Edelstähle deutlich spröder als Carbonstähle, und wenn sie zu stark gehärtet werden, brechen sie häufig aus.

Einige beliebte und bekannte Carbon-Stähle:

  • 1095 ist ein beliebter und günstiger Carbon-Stahl der häufig verwendet wird.
  • W2 hat etwas Mehr Kohlenstoff (Carbon) und ist damit etwas härter. Rostet dafür schneller.
  • D2 und O1 sind qualitativ hochwertige Stahltypen, die aber nicht korrosionsbeständig sind. Deswegen häufig beschichtet.

In den letzten Jahrzehnten ist in beiden Welten viel passiert: Es gibt bessere Edelstähle und es gibt High-Carbonstähle, die mit verschiedenen Beschichtungen überzogen sind um sie beständiger gegen Korrosion zu machen. Dazu gehören Keramikbeschichtungen, Diamantähnliche Beschichtungen oder Oxidations-Schichten. Solche Innovationen sind wertvoll, haben aber auch ihre Schwachstellen: Beschichtungen sind nicht unendlich haltbar - sei es durch Unfälle oder durch kleine Fehler bei der Pflege der Klinge. Auch kann aus technischen Gründen nicht die gesamte Klinge beschichtet werden - es handelt sich also um einen Schutz auf Zeit - denn die Korrosion wir trotzem foranschreiten. Gleiches gilt für den Klingenrücken, der oftmals für Feldmesser nicht beschichtet wird, um die Möglichkeit einen Funken mit einem Feuerstein zu schlagen, nicht zu eliminieren.

Aus all diesen Gründen, empfehlen wir, hochwertige Edelstahlklingen zu benutzen . Diese sind, mitder richtigen Wärmebehandlung, was Härte und Sprödikeit betrifft auf einem sehr hohen Niveau. Die Korrosionsbeständigkeit ist hervorragend und mit einer guten Klinge und einem grundlegenden Verständnis wird man sehr lange Freude daran haben. Allerdings, und das ist der nächste Haken: Edelstahl ist in der Regel teurer als ein vergleichbarer Carbon-Stahl. Deswegen, sind insbesondere unsere Budget-Empfehlungen trotzdem mit Carbon-Stahl Klingen ausgerüstet.

Einige beliebte und bekannte Edelstähle sind die folgenden:

  • 420 enthält relativ viel Kohlenstoff und ist dadurch etwas weniger korrosionsbeständig. Oftmals günstig.
  • 154CM ist ähnlich wie der japanische Stahltyp ATS-34 ist oft gesehen und deswegen auch relativ günstig. Es gibt seit geraumer Zeit qualitativ bessere Stähle - insbesondere in den 80er und 90er sehr beliebt.
  • VG10 und S30V sind qualitativ hochwertige Edelstahltypen, die auch ihren Preis kosten.

Messer pflegen und schärfen

Auch wenn Du das perfekte Messer gefunden hast und es im richtigen Messeretui schützt, bist Du noch nicht ganz fertig mit deiner Katastrophen-Vorbereitung. Wie man Messer, oder im allgemeinen Klingen, richtig zu Pflegen hat und sie mit den richtigen Werkzeugen zu schärfen, nimmt in Onlinediskussionen schon fast religiöse Ausmasse an. Die guten Nachrichten sind: Es gibt einige wichtige Regeln, die sich auch von Normalsterblichen einfach anwenden lassen - und zwar ohne, dass man sich zum Messerguru ausbilden lassen muss.

Es gibt günstige und einfache Methoden (zum Beispiel Schärfer zum Durchziehen der Klinge) und es gibt aufwändigere Methoden, die aber dazu führen, dass man ein Messer über Jahrzente als Werkzeug verwenden kann. Wir haben uns entschieden, dem Thema einen separaten Artikel zu widmen und werden diesen sobald wie möglich verlinken.

Messerschärfer für Anfänger
Wer sein Messer scharf halten möchte, aber keine Absicht hat, ein Messerguru zu werden ist mit einem einfachen "Pull-through" Meserschärfer für sehr wenig Geld gut bedient. Wer mehr aus seinem Messer rausholen möchte, muss sich etwas tiefer mit der Materie befassen.

Messeretuis

Ein gutes Messeretui ist ein wichtiger Aspekt der häufig massiv vernachlässigt wird. Messerhersteller haben das erkannt und liefern deshalb, leider, für die meisten Messer nur Scheiden die für den Schutz während dem Transport gedacht sind und nichts taugen.

Es gibt grundsätzlich zwei Typen von Messeretuis: Kunststoffe (z.B. Nylon, Kydex, ...) oder Leder. Leder ist in der Regel nicht so beständig und kostet mehr als ein gutes Kunststoff-holster. Ausserdem fängt Leder schnell mal an zu schimmeln, wenn es einmal nass war. Deswegen wenn immer möglich, empfehlen wir ein Kunststoff-Etui.

Bei den Kunststoffen muss man unterscheiden: Nylon zum Beispiel macht einiges an Lärm (z.B. beim rausziehen des Messers) und zerkratzt die Klinge - etwas was Du nicht brauchen kannst. Kydex ist in unseren Augen die beste Lösung und lässt sich, mit wenig handwerklichem Geschick und einem Heissluftföhn auch selber bearbeiten und verformen.



In unserem Survival-Messer Artikel