Kinder-Sicherheit und Unfallgefahren im Haushalt: Schwerwiegende Kinderunfälle verhindern

Kinder erfahren ihre Umgebung mit einer unersättlichen Freude und Neugier und können gleichzeitig Gefahren nicht einschätzen. Diese Phase dauert in der Regel vom ersten Krabbeln bis zu einem Alter von etwa sechs Jahren. Die Wachstums- und Entwicklungsphase ist eine grosse Herausforderung für Eltern (oder auch Grosseltern), welche die Verantwortung tragen, dass sich ein Kind nicht ernsthaft verletzt. Bagatell-Verletzungen, etwa ein blauer Fleck, sind Teil der Erfahrungen die ein Kind machen muss und die sich nicht immer verhindern lassen. Schwere Unfälle und Verletzungen sollten aber mit allen Mitteln verhindert werden.

Kindersicherheit und Schutz als Katastrophen-Prävention im Haus oder der Wohnung. 
		Ein Kind spielt mit einer geschützten Steckdose.

Ziel dieses Beitrags ist, überlasteten Eltern eine umfassende Zusammenstellung von nützlichen Tipps und Produkten zu bieten. Damit können Unfallrisiken entschäft und mögliche Katastrophen präventiv umgangen werden. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass das Eltern-dasein manchmal kräftezehrend und anstrengend sein kann - da muss manchmal schnell eine Lösung her.

Zusammenfassung Kindersicherheit und Unfall-Prävention

Die wichtigsten Punkte aus diesem Artikel im Überblick:

  • Kinder sind nicht aus Porzellan. Es ist wichtig, dass Kinder ihre Erfahrungen machen - dazu gehört manchmal auch ein blauer Fleck oder eine Schürfwunde. Aufgabe von Eltern ist, Kinder vor schwerwiegenden Verletzungen zu schützen.
  • Ein Grossteil der Unfälle bei Kindern passieren zuhause - dort verbringen sie viel Zeit.
  • Die wichtigsten Gefahrenquellen sind Stürze im Haus, Elektronik, Küche und Dinge die Kinder schlucken (Gift, Medikamente, ..). Auch Unfälle beim draussen spielen, insbesondere mit fahrbaren Spielsachen, sind nicht zu unterschätzen.
  • Kleine Kinder alleine zu lassen ist nie eine gute Idee. Das Risiko lässt sich enorm minimieren, wenn die Aufsicht durchgängig ist.
  • Ablenkung der Aufsichtspersonen können verheerend sein - darunter gehört unter anderem die allgegenwärtige Nutzung von Smartphones.
Du willst mehr Hintergrunddetails und möchtest verstehen, wie wir unsere Kinder schützen ohne sie zu sehr zu behüten und sie einzuschränken? Dieser Artikel gibt Dir eine ausführliche Liste mit Aspekten und Themen, die Du berücksichtigen kannst und viele Tipps aus unseren eigenen Erfahrungen.

In diesem Artikel

Kindersicherheit
Zusammenfassung
In diesem Artikel
Sturz- und Aufprallrisiken
Elektrogeräte und Steckdosen
Küche und Feuer
Wasser
Medikamente, Gifte und Dinge die ein Kind (ver)schlucken kann
Outdoor
Verhaltenstipps
Ratgeber

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Sturz- und Aufprallrisiken

Das Büchergestell, die Treppe, Fenster mit Aufstieghilfen - es gibt unzählige Möglichkeiten wo Kinder sich im Klettern üben können - durch Stürze besteht aber auch ein erhebliches Verletzungspotential. Das ist insbesondere der Fall, wenn ein Möbel bei einem Sturz nicht ausreichend befestigt ist und umkippt während ein Kind daran hochklettert.

Bestes Treppengitter für die Meisten:
Wichtige Ergänzung:
Treppengitter mit automatischem Schliess-Mechanismus. Kann ohne Bohren und nur durch Klemmen montiert werden. Mit zusätzlichen Verlängerungen kann die Breite für Türen und Treppen zwischen 61cm und über 2m verwendet werden. Türe kann auf beide Seiten geöffnet werden. 5er Set ABUS Fenstergriffe mit Druckknopf verriegelbar. Durch die gleichzeitige Betätigung des Druckknopfs und die Hebelwirkung können Kleinkinder diesen Fenstergriff nicht öffnen. Dient damit als Kindersicherung.

Eine nicht abschliessende Liste von Massnahmen:

  1. Lass dein Kind niemals alleine auf der Wickelkommode. Es kann sich von einem Tag auf den nächsten drehen, und damit von der Kommode fallen.
  2. Bring deinem Kind bei, dass es nicht auf Möbel klettern soll.
  3. Sichere Gestelle, Kommoden und andere Möbel die Kippen könnten, in dahinterliegenden Wand.
  4. Flachbildfernseher sind weniger stabil als ihre altmodischen Vorgänger und sollten deswegen ebenfalls gesichert werden.
  5. Eliminiere Aufstiegshilfen vor Fenstern und auf Balkonen. Dafür lassen sich Fenster auch mit verriegelbaren Fenstergriffen ausstatten. Diese sind für Kleinkinder kaum zu öffnen und bieten ausserdem, bei geeigneter Wahl, zusätzlichen Schutz gegen Einbrecher
  6. Unterlege Teppiche mit rutschfesten Unterlagen - Stolpern uns ausrutuschen ist auch für Eltern mit einem Kleinkind auf dem Arm äusserst unangenehm.
  7. Sichere Treppen mit einem Treppengitter.
  8. Wenn es in deiner Wohnung besonders markante Kanten und Ecken gibt die eine Gefahr ausstrahlen, kannst Du diese mit Kantenschutz versehen.
Antirutschmatte
Kanten-und Eckschutz:
Antirutschmatte als Teppichunterlage. In verschiedenen Grössen erhältlich. Lässt sich zuschneiden, ist nicht sichtbar hilft aber, Stürze und Ausrutscher zu verhindern. Kantenschutz mit starkem Klebetabe und guter Schutzwirkung. Besteht aus ungiftigen Materialien.

Elektrogeräte und Steckdosen

Steckdosen, defekte Kabel und Elektrogeräte können zu Stromschlägen führen, die einem Kind massiven Schaden zufügen. Kabel sollten im Beisein von Kleinkindern nie offen rumliegen, auch weil dadurch ein Strangulationsrisiko besteht. Gleiches gilt selbstverständlich für Schnüre und Kordeln. Zugängliche Steckdosen sollten mit einer Kindersicherung versehen werden. Ebenfalls sinnvoll, insbesondere in älteren Häusern und Wohnungen sind Fehlerstrom-Steckdosen (FI). Hier wird beim kleinsten Fehlerstrom - dass heisst fehlerhaft geleitetem Strom, eine Sicherung gekappt und damit die Versorgung unterbrochen. Modernr Immobilien haben diese Überwachung als Standard integriert.

Steckdosensicherung:
Fehlerstrom Schutzschalter-Steckdose
Steckdosensicherung mit Drehmechanik. Lässt sich einfach installieren und mit wenig Aufwand entfernen, sobald die Kinder gross genug sind. Adapter mit Fehlerstrom-Schutzschalter für zusätzlichen Schutz vor Stromschlägen. Einfach zu bedienen, mit integrierter Testfunktion.

Küche und Feuer

Die überwiegenden Risiken für Kleinkinder in der Küche sind Verbrennungen und Verletzungen mit scharfen Gegenständen, zum Beispiel Messern oder Scheren. Einige Verhaltenstipps:

  1. Bewahre Messer und Scheren an einem Ort auf, wo Kinder alleine keinen Zugang haben. Gleiches gilt für Feuerzeug und Zundhölzer. Dafür können sich Kinder-Schubladensicherungen eignen.
  2. Pfannen sollten mit dem Griff nach hinten auf der Platte liegen. So kann kein Kind sich daran halten und den Inhalt über sich selber schütten.
  3. Lasse den Ofen nie geöffnet. Mach das schliessen der Ofentür zur Gewohnheit.
  4. Überlege dir, wo du heisse Pfannen, Bleche oder den Wasserkocher hinstellst. Kein Kind sollte Zugang haben.
  5. Räume den Geschirrspüler so ein, dass scharfe Kanten und Spitzen nach unten zeigen.
  6. Das Kückendreieck (zwischen Herd, Kühlschrank und Spülbecken) ist kein Spielplatz. Auch Dir kann einmal eine Pfanne runterfallen oder heisses Öl aus der Pfanne spritzen. Dann willst Du nicht, dass dein Kind getroffen wird. Dein Kind kann woanders spielen.
  7. Lass niemals ein Kleinkind unbeaufsichtigt in einer Küche, wenn etwas auf dem Herd am kochen ist.
  8. Offenes Feuer hat eine ungemeine Anziehungskraft für kleine Kinder. Lasse Kinder nie unbeaufsichtigt und versuche das Feuer abzugrenzen.

Bestes Schutzgitter für die Meisten:
Beste Option zum Klemmen:
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Stabiler Herdschutz mit Klebeband. Verhindert ein das Berühren von heissen Platten, das Herunterziehen von heissen Töpfen und das Runtertropfen von heissen Flüssigkeiten. Stabiles Herdschutzgitter zum Klemmen. Verhindert ein Berühren von Platten und das Runterfallen von Töpfen.

Eine sinnvolle Ergänzung ist ein Herdschutzgitter, das ein Runterfallen von heissen Töpfen und Pfannen und deren Inhalt verhindert. Wer oft offenes Feuer betreibt und sich bezüglich Brandschutz und Prävention Gedanken macht, kann hier unsere Empfehlungen nachlesen.

Wasser

Wasser birgt besondere Gefahren für kleine Kinder. Den Kinder reagieren anders als Erwachsene, wenn der Kopf unter Wasser gerät: Kleine Kinder geraten in eine Schockstarre und wehren sich nicht. Das bedeutet, keine Rufe oder fieberhaftes Armerudern, wenn das Kind in Schwierigkeiten ist. Kinder ertrinken lautlos. Im Umkehrschluss bedeutet dass, dass Kinder niemals alleine oder unbeaufsichtigt im oder ums Wasser sein sollten. Wenige Sekunden und ein paar Zentimer Wassertiefe reichen aus, um Kleinkinder in die Schockstarre zu versetzen. Unsere Tipps für den Umgang mit Wasser und Kindern:

  1. Lasse Kinder niemals alleine - auch nicht Zuhause in der Badewanne.
  2. Sperre Biotope und Weiher, oder deren Zugang dazu, Kindersicher ab oder zäune sie entsprechend ein.
  3. Achte auch darauf, dass im Bad keine elektrischen Geräte sind, wenn ein Kind badet. Die Kombination von Strom und Wasser ist in den meisten Fällen tödlich.

Medikamente, Gifte und Dinge die ein Kind (ver)schlucken kann

Vergiftungen sind im Kleinkinderalter leider keine Seltenheit. Die Neugier für neue Geschmäcker und andere Konsistenzen kennt für Kleinkinder keine Grenzen. Es gilt die Einnahme von nicht-essbaren und gefährlichen Stoffen zu verhindern. Darunter verstehen wir:

  1. Medikamente
  2. Reinigungsmittel
  3. Pflanzendünger und Schädlingsbekämpfungsmittel.
  4. Öle, Scheibenwischmittel oder andere Flüssigkeiten für motorisierte Fahrzeuge
  5. Alkohol
  6. Giftige Pflanzen
  7. ...

Wir empfehlen, sämtliche Stoffe die unter diese oder verwandte Kategorien fallen, für Kleinkinder unzugänglich aufzubewahren. Auch zu beachten, ist das bei Kindern eine erhöhte Gefahr der Erstickung besteht. Kinder nehmen alles in den Mund und verschlucken Dinge, auf die Erwachsene nicht in den kühnsten Träumen rumkauen würden. Wir haben bisher keine andere Lösung als regelmässig aufzuräumen und gefährliche Gegenstände (Plastikfolien oder Säcke, alles was in der Halsröhre stecken bleiben kann, ...) sofort zu entsorgen.

Outdoor

Ein Kind draussen zu schützen ist nochmals eine ganz andere Aufgabe als in den eigenen vier Wänden. Ein Kind soll rennen, klettern, sich mit Erde, Sand und Schnee befassen und die Welt erkunden. Wir möchten trotzdem einige Punkte ansprechen, die uns im Alltag beschäftigen.

  1. Leider sind im städtischen Bereich oftmals Kinderspielplätze auch der Ort, an dem sich Leute treffen um zu trinken oder Drogen zu konsumieren. Wir bringen unseren Kindern bei, keinen Abfall zu berühren. Damit möchten wir sie vorwiegend vor noch halbvollen Flaschen und gebrauchten Spritzen schützen. Wenn wir solche Dinge sehen, entsorgen wir sie kurzerhand - um unsere aber auch die nächsten Kinder davor zu schützen.
  2. Auf Kinderspielplätzen sind oftmals auch Kinder untereinander eine Gefahr für sich selber. Wir versuchen unserem Kind beizubringen, dass man wartet bis das vorherige Kind von der Rutschbahn ist, bevor man selber rutscht.
  3. Schutzkleidung kann in einigen Fällen sehr sinnvoll sein - z.B. Handgelenk-Schutz für Inlineskates. Bitte nicht übertreiben: Wenn ein Kind Knieschoner für den Sandkasten braucht, sollte man sich vielleicht nochmals ein paar Gedanken machen.
  4. Auf fahrenden Geräten (Treträdern, Trottinette, Skateboards, Inlineskates,..) sollten Kinder einen Helm tragen. Kinder wehren sich nicht dagegen, wenn die Eltern den gleichen Regeln Folge leisten.
Bester Fahrradhelm für die Meisten
Beste Alternative:
UVEX Fahrradhelm aus einer Schale. Einfache Anpassung an Kopfumfang und Form. Auch in anderen Designs erhältlich. ABUS Unisex Kinder Fahrradhelm mit langlebiger Aussenschale. Mit LED Licht und Visier für besseren Gesichtsschutz. Auch in anderen Designs erhältlich.

Verhaltenstipps

Erziehung ist grundsätzlich Sache der Eltern und wir haben inzwischen genug Erfahrung, um niemanden zu verurteilen der Dinge anders macht oder andere Ansichten hat. Es gibt kein richtig oder falsch, und dennoch sind wir um einige Tipps, die wir erhalten haben, sehr froh. Dabei soll es sich weniger um Erziehungstipps, als um Verhaltenstipps die zur Sicherheit von kleinen Kindern beitragen können, handeln.

  1. Sobald kleine Kinder Türen öffnen können, versuchen sie auch, die Schlüssel zu drehen. Das kann zu eingeschlossenen Kindern und verzweifelten Eltern die Türen aufbreichen, führen. Es sollten deswegen keine Schlüssel im Türschloss stecken, bis ein Kind bewusst den Schlüssel drehen kann. Unsere Schlüssel liegen deshalb in der Regel auf dem Türrahmen. Zudem üben wir das Schlüsseldrehen regelmässig mit unseren Kindern, da wir bei Bekannten auf Besuch nicht erwarten, dass sämtliche Schlüssel entfernt worden sind.
  2. Als unsere Kinder die ersten paar Worte deutlich ausgesprochen hatten, haben wir mit ihnen geübt, ihren eigenen Namen auszusprechen. Das hilft, wenn ein Kind einmal beim Einkaufen oder auf einer grösseren Veranstaltung "verloren" geht. Glücklicherweise mussten wir noch nie davon Gebrauch machen - wir haben allerdings schon von anderen Elternpaaren erlebt, dass die Fähigkeit des Kindes, den eigenen Namen deutlich aussprechen zu können, enorm geholfen hat.
  3. Wir trainieren unsere Kinder dazu, niemals Süssigkeiten oder ähnliches von Fremden anzunehmen oder in ein Auto zu steigen. Unsere Kinder sollen mit einem lauten "Nein!" antworten und davonrennen. Auch bei Bekannten soll unser Kind nur in ein Auto steigen, wenn die Person das richtige Passwort kennt. Das Passwort besprechen wir regelmässig mit unseren Kindern - so sind wir für den Notfall gerüstet und haben dennoch ein hohes Mass an Sicherheit.
  4. Das Internet ist eine geniale Erfindung - unzählige Möglichkeiten, Informationen und ein Netzwerk, dass den ganzen Globus umhüllt. Trotzdem gibt es Dinge und Leute, mit denen unsere Kinder nicht in Kontakt kommen sollten. Die Überwachung des Internetkonsums (das gilt für Medien allgemein) der Kinder ist ein wichtiges Thema, dass niemals ausser Augen gelassen werden sollte. Wir empfehlen dafür, in den frühen Jahren nur einen Konsum, wenn jemand dabei ist. Später, wenn ein Kind selbständig surft, können entsprechende Apps oder Filter eingesetzt werden.

Ratgeber

Kindersicherheit ist ein umfassendes Thema das beliebig detailliert studiert und umgesetzt werden kann. Wir sind nicht besonders ängstlich, möchten aber die wichtigsten Risiken eliminieren. Für Eltern die mehr wissen möchten, empfehlen wir folgenden Ratgeber:

Kindersicherheit Ratgeber
Kindersicherheit Ratgeber: Gefahren zuhause und unterwegs erkennen und Unfälle vorbeugen.

Hast Du Tipps und Tricks, welche Dir und deinen Kindern schon einmal eine Menge Kopfschmerzen, den Gang zum Notfallarzt oder auch nur unruhige Momente erspart haben? Lass sie uns wissen und schick uns eine Nachricht: katastrophenvorbereitung(at)gmail.com

Sollte trotzdem einmal einmal ein etwas grösserer Unfall passieren, macht es Sinn eine erste Hilfe Ausrüstung zuhause zu haben. Wir arbeiten derzeit an einem Beitrag, der sich mit dem Thema befasst und werden den Artikel demnächst hier verlinken.

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