Finanzen und Krisenvorsorge - Tipps für den venünftigen Umgang mit Geld

Deine Finanzen in der Waage zu halten, ist einer der wichtigsten Schritte in der Krisen- und Katastrophen-Vorbereitung. Es ist nie zu früh, damit zu starten. Gerade wenns mal knapp ist, ist ein finanzielles Polster eine Absicherung, die Dich besser schlafen lässt. Dieser Guide erklärt, wie jeder mit noch so kleinem Einkommen, seine Verwendung vom Geld optimieren und damit einen soliden Grundstein legen kann. Das gilt sowohl für das persönliche Leben als auch für die unerwartete Notsituation. Warum ist das so wichtig? In der heutigen Zeit ist es sehr viel wahrscheinlicher, dass Du aufgrund von persönlichen Umständen den Gürtel enger schnallen musst als das die Welt komplett den Bach runter geht. Trotzdem kaufen sich viele Leute zunächst Vorräte für die nächsten 10 Jahre und Ausrüstung für Fortgeschrittene (Bunker, Notstromaggregate,...) obwohl sie von der Hand in den Mund leben oder grosse Schuldenberge haben und teure Zinsen zahlen müssen. Ein solides finanzielles Polster ist eine der besten Katastrophen-Vorbereitungen überhaupt!

Katastrophen-Vorbereitung mit knappem Budget

Du willst Dich auf Krisen jeglicher Art vobereiten, hast aber stets zu wenig Geld in der Tasche. Keine Sorge! Wir geben unseren Checklisten eine klare Struktur und gliedern die Priorisierung so eindeutig wie möglich. Damit kannst Du jeweils beim ersten Vorbereitungs-Item starten und dich langsam durch die Liste durcharbeiten. Ausserdem versuchen wir, Dir immer mehrere Möglichkeiten aufzuzeigen und berücksichtigen dabei auch den finanziellen Aspekt. Vermerke wie "Das beste Tool für die Meisten", bedeuten, dass wir dieses Item als bestes Preis-Leistungsverhältnis einschätzen, ohne dass Du für teure Addons zahlst, die Du gar nicht brauchst. Spare also für das erste Item, übe damit während Du für den nächsten Kauf etwas zur Seite legst. Die wichtigsten Dinge, die Du dir schnell anschaffen solltest, sind Wasser, Nahrung und Licht für dein Zuhause. Es ist deutlich besser, über die Runden zu kommen als mit einem High-Tech Kompass und einer ausgefallenen Machete durch den Wald zu streifen und Hunger zu haben.

Finanzen - wo anfangen?

Es ist sinnvoll, bereits mit einigen Katastrophen-Vorbereitungen zu starten, auch wenn Du noch keine perfekte finanzielle Basis besitzt. Du kannst dafür mit unserer Checkliste für Einsteiger anfangen. Gleichzeitig solltest Du allerdings mit hoher Priorität an deiner Finanziellen Situation arbeiten. Schätze dafür zunächst ein, in welchem Zustand Du dich befindest. Hast Du Schulden? Hast Du einen Notgroschen? Wie sieht deine Altersvorsorge aus?

Gute Vorbereitung bedeutet, die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, in schlechten Situationen um angemessen reagieren zu können. Vernünftig ist daher, Dich auf Notfälle vorzubereiten, die mit hoher Wahrscheinlichkeit eintreten. Es ist ein leichtes, sich Zombie-Akopalypsen vorszustellen. Realität ist aber, dass Du mit viel höherer Wahrscheinlichkeit mit Arbeitslosigkeit oder unerwarteten Ausgaben konfrontiert wirst. Die Apokalypse wo Du Gewehrkugeln gegen Nahrung tauscht, ist deutlich unwahrscheinlicher. Ausserdem kommt in vielen Umfragen zu Tage, dass Geldsorgen mit die häufigsten Sorgen sind, die uns im Alltag beschäftigen (häufig in den Top 3 der Umfrageergebnisse). Sei also bitte kein Zombiejäger der unendlich viel Nahrung und Ausrüstung bunkert, dafür aber hohe Schulden hat und keine Rentenersparnisse besitzt!

Diese Tipps und Tricks für "Normalos" zeigen dir, wie Du einen Notgroschen aufbauen kannst und wie Du den Umgang mit Geld optimierst. Du solltest deine Ausgaben kennen und Sparen, Budgetieren und Investieren sollten keine Fremdwörter für Dich sein. Hier die Liste mit Punkten, die Du addressieren solltest um deine finanzielle Situation vollumfänglich einschätzen zu können:

  • Warum Du Schulden schnell abzahlen musst
  • Baue einen Notgroschen auf
  • Warum Du besser heute, und nicht erst morgen startest
  • Zahle Dich selbst zuerst
  • Kenne deine Ausgaben
  • Budgetieren - und dem Budget folgen
  • Konsumverhalten - hör auf damit, Geld zu verschwenden und überdenke, was dich wirklich glücklich macht
  • Vermeide finanzielle Beratungen
  • Wie Du clever investierst
  • Mehr Infos

Warum Du Schulden schnell abzahlen musst

Schulden können, wenn vernünftig eingesetzt, sinnvoll sein. Die Verpflichtung eine Hypotheke die dem Einkommen entspricht einzugehen, kann Wohnkosten signifikant reduzieren und kann deswegen Sinn machen. Allerdings sind die meisten persönlichen Schulden Gift für eine solide finanzielle Basis: Kreditkarten, Studentenkredite, Leasing von Autos und Vorbezüge auf Einkommen schaffen ein verpflichtendes Umfeld, das die Leute gefangen hält. Wenn Du schulden hast, ist es wahrscheinlich, dass Du darüber die gleichen Gedanken wie viele andere auch hast: Es ist ein hoffnungsloser Kampf mit kleiner Aussicht auf Erfolg. Auch wenn Du dich aus der Schuldenfalle herauskämpfst, wirst Du den Kampf noch jahrelange mit dir herumschleppen. Denn während Du Zeit verschwendet hast um die Schulden und die Zinsen deiner Schulden zu zahlen, konntest Du mit dem verdienten Geld selbst keinen Gewinn erwirtschaften.

“Die grösste Erfindung des menschlichen Geistes? Die Zinseszinsen. Wer sie versteht, verdient sie. Alle andern bezahlen sie." - Albert Einstein

Wer also Schulden hat, bezahlt diese doppelt: Einmal um die dabei entstehenden Zinsen zu tilgen und ein zweites Mal, durch die entgangenen Einkünfte aus den entsprechenden Ersparnissen (die vorhanden wären, hätte man keine Schulden tilgen müssen). Die Vergangenheit zu ändern ist unmöglich, aber auf die Zukunft Einfluss zu nehmen ist möglich. Ja, es ist schwierig, aber wir haben noch niemanden gesehen, der bereut hat, sich durchgebissen zu haben und seine Schulden abbezahlt zu haben. Schuldentilgung ist ein "No-Brainer", den sogar die meisten finanziellen Berater als die Top-Priorität einstufen - in beinahe jeder Situation. Dabei spielt der Betrag, den Du monatlich aufwenden kannst um Schulden zu reduzieren gar keine grosse Rolle. Auch wenn es nur 20 Euros pro Monat sind, das beste Investement sind die Reduktion von Schulden mit hohen Zinsen. Dazu gehören unter anderem Kreditkarten-Schulden, die trotz anhaltendem Tiefzins-Umfeld oftmals 10% jährlich betragen können.

Baue einen Notgroschen auf

Es gibt ungefähr eine Million realistischer Gründe, warum Du stets einen Notgroschen auf der Seite haben solltest. Um präziser zu werden, sollte dein Notgroschen mindestens der dreifachen Summe der monatlichen Einkommen betragen. Idealerweise strebst Du aber den Faktor 6 an (d.h. Du kannst deinen aktuellen Lebensstandard für 6 Monate halten, ohne dich einschränken zu müssen oder entsprechende Ausgaben tätigen, falls sie notwendig sind). Wir empfehlen den Faktor 6, da in der aktuellen Wirtschaftlichen und geopolitischen Lage zum Beispiel eine Jobsuche durchaus auch mal etwas länger dauern kann. Ausserdem sind unsere sozialen Auffangnetze nicht mehr so gefestigt, wie sie vor 50 Jahren waren. Gründe für den Notgroschen sind:

  • Arbeitslosigkeit
  • Autounfall
  • Auto Breakdown
  • Verkehrsbussen
  • Medizinische Probleme, die nicht durch keine Krankenversicherung gedeckt sind.
  • Trennung von Eheleuten.
  • Umzug und neue Wohnsituation.
  • Bestattung und Begräbnisse
  • Den Notvorrat aufstocken bevor die grosse Umweltkatastrophe eintritt.
  • ...

Abgesehen davon, dass Du das Geld zur Verfügung hast, wenn Du es brauchst, hat ein Notgroschen einen weiteren sehr positiven Effekt auf deinen mentalen Zustand. Du schläfst besser, wenn Du weisst, das Du eine ganze Reihe irdischer Probleme schnell und unkompliziert lösen kannst, ohne dass Du damit in die Schuldenfalle tappst. Dieses Wissen ist unbezahlbar!

Typischerweise, wirst Du nicht einfach 6 Monatsgehälter auf die Seite legen können. Starte mit kleinen Schritten - und setze Dir zum Ziel, ein Monatsgehalt auf ein separates Konto zu sparen. Sobald Du das erreicht hast, mach eine Sparpause und feiere deinen Erfolg. Dann versuche drei Gehälter anzusparen. Am Schluss 6.

Dein Notgroschen sollte unabhängig von Altersvorsorge und anderen Sparkonten betrieben werden. Du solltest den Notgroschen auch verwenden, um dich daraus für unvernünftige Anschaffungen zu bedienen oder Du dein Budget nicht im Griff hattest. Stelle dich darauf ein, dass der Notgroschen unter Verschluss liegt, und nur im Notfall verwendet werden soll. Nur so kannst Du sicher sein, dass Du dich auch darauf verlassen kannst, wenn eine Krisensituation eintritt.

Wenn deine Situation es zulässt, kannst Du deinen Notgroschen erweitern und diversifizieren. Darunter fallen Möglichkeiten wie Bargeld, Edelmetalle oder sogar Kryptowährungen (z.B. Bitcoin). Kryptowährungen sind ein erhebliches Risiko und sollten deswegen nur in kleinen Mengen gekauft werden. Allerdings stellen sie eine gute Möglichkeit dar, sich selber gegen gewisse wirtschaftliche und geopolitische Risiken abzusichern. Wir werden auf solche Strategien zu gegebener Zeit in den Tipps für Fortgeschrittene eingehen.

Der Rest dieses Artikels fokussiert auf Möglichkeiten, wie Schuldenfreiheit und Notgroschen erreicht werden können. Selbstverständlich, kann der eine oder andere Tipp auch nützlich sein, wenn die entsprechenden Ziele bereits erreicht sind.

Warum Du besser heute, und nicht erst morgen startest

Wir können es nicht oft genug wiederholen: Starte heute!

Das fundamentale Prinzip von Geld, der Zinseszins-Effekt, bedeutet, dass dich jedes Jahr das Du untätig geblieben bist, irgendwann teuer zu stehen kommt. Trotz anhaltendem Tief-Zins Umfeld - über die lange Sicht machen Zinsen einen erheblichen Teil deiner Einküfte aus. Nutze diesen Effekt zu deinen Gunsten und kümmere Dich heute um deine Finanzen - nicht erst morgen.

Zahle Dich selbst zuerst

Was ist wichtiger? Dein Netflix Account oder deine Familie? Dein täglicher Latte Macchiatto oder deine Familie? Geld ist ein Tauschmittel und stellt in unserer Gesellschaft Wert dar. Das heisst, wenn Du Geld ausgibst, entscheidest Du jedes Mal, was dir Wert bringt. Die 99% von uns, für die Geld eine limitierte Resource darstellt, ist die Reihenfolge in der wir Geld ausgeben also eine Rangliste für was wir am wertvollsten erachten. Wenn Du deine TV-Rechnung mit 200 zusätzlichen Kanälen immer zuerst zahlst, aber deinen Notgroschen nur bedienst, wenn am Ende vom Monat noch etwas übrig bleibt, ist deine Aussage im Wesentlichen, dass die neueste Simpsons-Folge dir wichtiger ist, als die Zukunft und Absicherung deiner Familie.

Wenn Du funktionierst wie Die meisten, ist deine Zukunft, und diejenige deiner Liebsten, wichtiger als alles andere. Wieso diese Priorisierung - die typischerweise sehr einfach fällt - nicht einfach auf dein Geldmanagement übertragen? Dich selbst zuerst zu bezahlen bedeutet, dass Du einen bestimmten Betrag deiner verfügbaren Mittel gezielt für langfristige und nachhaltige Werte einsetzt. Zum Beispiel den Schuldenabbau, den Notgroschen, deine Altersvorsorge oder auch deinen nächsten Familienurlaub. Das ist eine der besten modernen Tipps für Geld-management und wir empfehlen wärmstens.

Ein Beispiel: Für einen ausbezahlten Lohn von 4000 Euro, die erste Zahlung die Du machen solltest sind z.B 500 Euro für deinen Notgroschen zur Seite zu legen. Den Rest verwendest Du, Um dein tägliches Leben zu finanzieren. Eine solche Zahlung lässt sich leicht mit einem Dauerauftrag einrichten. Ein typischer Zielwert können 20% deiner Einkünfte sein, allerdings variiert das von ca. 5% für niedriege Einkommen bis zu 30% für höhere Einkünfte. Wichtig ist in erster Linie nicht die genaue Zahl, sondern die Gewohnheit. Der Rest wird von alleine folgen.

Übrigens: Schulden abzuzahlen ist kein Widerspruch zur Aussage "Zahl Dich selbst zuerst" - wie bereits erwähnt stellst Du mit dem Abbau der Schulden deine finanzielle Situation in den Vordergrund. Sobald die Schulden abbezahlt sind, kannst Du für den Notgroschen, die Altersvorsorge oder eine grössere Anschaffung sparen.

Kenne deine Ausgaben

Wenn Du etwas misst, tendierst Du dazu, dich mehr auf die entsprechende Kenngrösse zu achten. Das heisst, wenn Du deine Ausgaben genau anschaust, werden sie tendenziell sinken. Das gleiche Prinzip lässt sich in unzähligen Artikeln auf viele verschiedene Arten beobachten. Wer zum Beispiel eine Diät macht, und dabei jeden morgen auf die Waage steht und sein Gewicht misst, wird durch den Tag bessere Entscheidungen bezüglich der Ernährung. Auch ohne Kalorien zu zählen, werden kleine Enscheidungen häufig einfacher - einfach nur weil jedes Kilo gemessen wird.

Das gleiche gilt bei Geld und den Finanzen. Auch wenn Du absolut nichts mit einem Budget anfangen kannst, solltest Du Dir 5 Minuten pro Monat Zeit nehmen und deine Ausgaben studieren. In diesen paar Minuten in denen Du deine Konto- und Kreditkarten-auszüge durchgehst, entdeckst Du vielleicht ein Abonnement, dass Du nicht mehr brauchst. Oder wie viel Geld Du für Kaffee und Zigaretten ausgibst.

Budgetieren - und dem Budget folgen

Bugets sind wie Diäten - niemand mag sie, aber sie sind effizient und funktionieren, wenn man sich daran hält. Folgt man dem "Zahl Dich selbst zuerst" Tipp von ein wenig weiter oben, lässt sich ein sehr simples Budget schnell realisieren. Ein Beispiel ist das 20-50-30 Budget:

  • 20% der Einkünfte für "Zahl Dich selbst zuerst"
  • 50% der Einkünfte für Notwendigkeiten (Wohnen, Nahrung, Krankenkassen,...)
  • 30% der Einkünfte für Wünsche (Essen, Kleider, Elektronik,...)

Wir empfehlen dieses Budget nicht einfach zu übernehmen, sondern zuerst deine Ausgaben gut zu kennen und dann die Werte zu fixieren und diese einzuhalten. Dann wird Dich ein Budget davon bewahren, zu viel Geld für Dinge auszugeben, die Du gar nicht brauchst. Ausserdem kann ein solches Budget Dich davon abhalten, wichtige Entscheidungen "falsch" zu treffen.

Ein Beispiel gefällig? Die globale Finanzkrise 2008 wurde zum Teil dadurch ausgelöst, dass Leute in den USA Häuser gekauft haben, die ihre Einkünfte deutlich überstiegen haben. Statt der üblichen Regel von 20-30% Ausgaben für Wohnung, haben zu dieser Zeit viele Leute mehr als 50% ihres Budgets für die Hypotheken aufwenden müssen. Wenn es dabei zu Ausfällen kommt, müssen Leute ihre Zuhause verlassen und die Märkte erleiden einen Crash. Wenn Du also vor Entscheidungen stehst wie "Wie viel darf meine Wohnung/mein Auto/meine Ferien/... kosten?" Entscheide Dich aufgrund des Budgets!

Tipp für die Katastrophen-Vorbereitung: Sobald Du deine Finanzen im Griff hast und einem robusten Budget folge leistest, kannst Du einen ensprechenden Posten für die Katastrophen- und Krisen-Vorbereitung einrichten und zum Beispiel 100 Euro pro Monat für neue Ausrüstung oder neue Fähigkeiten aufwenden. Geh davon aus, dass es sich dabei um eine Versicherung handelt...denn genau das ist es!

Konsumverhalten - hör auf damit, Geld zu verschwenden und überdenke, was dich wirklich glücklich macht

Die meisten von uns sind nicht besonders schlecht, im Ausgeben von Geld. Wir sind einfach nicht besonders gut darin, das Geld sinnvoll auszugeben. Wie viele deiner Ausgaben tätigst Du, um nicht als Aussenseiter oder Verlierer vor deinen Freunden dazustehen? Wie viel gibst Du aus, um irgendwelche Bedürfnisse zu befriedenen, die sich aber nicht mit Gegenständen erfüllen lassen?

"Wir kaufen eine Menge Dinge, die wir nicht brauchen, mit Geld das wir nicht haben, um Leute zu beeindrucken, die wir nicht mögen" - unbekannter Author

Der Zusammenhang zwischen verfügbarem Geld und "Glücklich sein" ist ziemlich gut studiert und es ist bekannt, dass oberhalb einer gewissen Schwelle (in den USA spricht man von 70000 USD/Jahr) absolut kein Zusammenhang mehr besteht. Ausserdem gibt es einen Haufen von Daten, die besagen, dass je mehr sich jemand kauft, desto weniger macht ein zusätzlicher Kauf glücklich. Glück durch Geld kann gesättigt werden!

Wie wäre es einen Schritt zurückzutreten und den Konsum für eine Weile einzustellen? Beziehungen und Erfahrungen sind erwiesenermassen Dinge, die nachhaltig glücklich machen. Konsum auf der anderen Seite ist ein Fass ohne Boden, das niemandem Hilft und einige Katastrophen, die wir befürchten nur noch beschleunigt herbeiführen. Das ist kein Aufruf zum Leben unter der Brücke - wir geniessen eine kleine Anzahl von qualitativ hochwertigen Produkten die unser Leben einfacher oder schöner machen. Aber wir konsumieren nicht mehr ohne darüber nachzudenken und nur um von ganz speziellen Angeboten zu profitieren.

Vermeide finanzielle Beratungen

Ein erheblicher Anteil von Menschen verwenden finanzielle Berater zur Unterstützung. Das können Steuer-, Bank-, Vorsorge- oder Anlageberater sein. Leider sind sich Experten häufig einig, dass solche Berater ihr Geld praktisch nie Wert sind. Fakt ist, solche Berater können eine durchschnittliche Person über die gesamte Lebensdauer um mehrere Jahresgehälter bringen - und trotzdem verbuchen sie nicht höhere Erfolge als zufällig getätigte Investitionen. In vielen Ländern gibt es ausserdem keine spezifischen Qualifikationen, die notwendig sind, um als Berater tätig zu sein.

Wichtig ist zu verstehen, dass viele Berater zwar ausgezeichnete Verkäufer sind, aber nicht im Interesse Ihrer Kunden handeln müssen. Das führt zu Situationen, in denen Berater die Investements empfehlen, die ihnen die höchsten Provisionen einbringen, und nicht was im Sinne vom Anleger ist. Bedenke: Auch Bankberater handeln nicht in erster Linie im Sinne ihrer Kunden. Denn auch Banken wollen ihre Produkte verkaufen und vermarkten. Möglicherweise kriegt dein Berater einen höheren Bonus, wenn er mehr Produkte der eigenen Bank verkauft.

Wenn Du trotzdem finanzielle Berater beiziehst, achte besonders darauf, dass Du die Qualifikationen der jeweiligen Personen verstehst. Auch sollten seriöse Berater nicht eine Gebühr basierend auf deinem Vermögen als Lohn beziehen, sondern sie sollten Ihre Zeit als Kostengrundlage beiziehen (D.h. zahle einen Berater nach Aufwand, nicht in z.B. 0.5% deines Anlagevermögens).

Wie Du clever investierst

Investieren ist deutlich einfacher als Du zunächst denkst. Natürlich, Du kannst täglich Stunden mit Investementstrategien verbringen, musst Du aber nicht. Du solltest ausserdem nur investieren, wenn deine finanzielle Situation wirklich robust ist (d.h. keine Schulden, Notgroschen aufgebaut und Du hast Geld, dass für dich arbeiten soll - mit dem Zinseszins-Effekt). Mit den folgenden Basics, kann jede durchschnittliche Person Erfolge verbuchen.

Wir machen hier keine Versprechungen! Die Vergangenheit zeigt, dass jeder der an der Geld im Aktienmarkt investiert hat, deutlich mehr verdient, als wenn er das Geld in einem Sparkonto angelegt hätte. Was in der Vergangenheit passiert ist, ist aber keinerlei Garantie für die Zukunft. Wir bitten dich deswegen zunächst, den Grundsatzentscheid zu fällen: Willst Du an der Börse investieren oder nicht? Wenn Du dich auf Katastrophen vorbereiten willst, die vorwiegend davon ausgehen, dass die Wirtschaft komplett einbricht - lass die Finger von der Börse. Glaubst Du, dass wir uns eher mit Umweltkatastrophen auseinandersetzen müssen - möglicherweise sind Aktien dann eine Option.

Sobald Du dich für den Aktienmarkt entschieden hast, überlege Dir, welche Anforderungen an dich selber stellst. Wir sind der Meinung, dass ein gutes persönliches Portfolio eines ist, in welches Du pro Jahr ein paar Stunden investieren solltest! Das schliesst sämtliche Investitionsstrategien wo Du innerhalb von einem Tag Aktien kaufst und wieder verkaufst aus. Damit kannst Du in der Regel als Kleininvestor sowieso nur Geld verlieren: Gebühren und Transaktionskosten fressen sämtliche Gewinne im Nu auf. Unsere Strategie bedeutet auch, dass Du nicht täglich langweiligen Business News und Buchhaltungen von Blue Chips folgen musst. Schlussendlich bedeutet diese reduzierte Strategie auch, dass Du Dir nicht die Mühe machen solltest "Gewinner" zu picken - das gleicht nämlich einer Lotterie und ist beinahe ein Ding der Unmöglichkeit.

Die in unseren Augen einzige vernünftige Investitionstrategie ist entsprechend nicht in einzelne Unternehmen zu investieren, aber trotzdem von allen Firmen ein kleines Stück zu besitzen. Wenn Du in Aktienmärkte investierst, investiere in Index Fonds, die dem Aktienmarkt folgen und von allen kleinen Töpfen ein bisschen drin haben.

Um noch spezifischer zu werden, empfehlen wir die faule Investment Strategie mit drei Fonds:

  1. Ein Index Fonds der den lokalen Aktienmarkt abdeckt (z.B. europäische Anleihen).
  2. Ein Index Fonds der den ausländischen Aktienmarkt abdeckt (z.B. US Amerikanische Anleihen).
  3. Ein Index Fonds der gebundene Anlagen abdeckt (z.B. Kassenobligationen).

Der genaue Portfolio mix zwischen den drei Fonds hängt von deinem Alter, deiner Risikotoleranz und deinem Anlagehorizont ab. Man kann sich zum Beispiel vorstellen, 60% in den lokalen Aktienmarkt, 30% in ausländische Anleihen und 10% in gebundene Anlagen zu investieren, wenn man jung ist und keine Verpflichtungen hat. Sobald die Rente vor der Türe steht, oder die Familienplanung aktuell wird, möchte man vielleicht etwas weniger Risiken eingehen und den Mix entsprechend anpassen.

Mehr Infos

Diese Tipps und Tricks decken gerade mal die Grundlagen. Damit kannst Du mit wenig Aufwand die wichtigsten Weichen stellen. Es handelt sich dabei um ein paar der ganz seltenen Gelegenheiten, wo Du mit ein paar Stunden Aufwand mehrere tausen Euro sparen/verdienen kannst. Nutze sie!

Wir werden hier in Zukunft unsere beliebtesen Infos zum Umgang mit Geld verlinken - allerdings nur wenn sie sinnvoll und für den Leser wirklich wertvoll sind.