Krisenvorsorge und Vorratshaltung

Überlebensstrategien

Vorbereitet zu sein und Vorräte zu halten um in Zeiten von mangelnder Verfügbarkeit von Nahrung gut vorbereitet zu sein, ist kein neuartiges Konzept oder eine Modeerscheinung. Schon seit Beginn von Ackerbau und Viehzuchthaltung mussten in Regionen mit ausgeprägten klimatischen Unterschieden während dem Sommer ausreichend Nahrung eingelagert werden, um das Überleben im Winter sicherzustellen. Das Überleben von Jägern und Sammlern während der letzten Eiszeit ist ohne Vorratshaltung nicht vorstellbar. Auch die Tierwelt kennt Vorräte; Eichhörnchen sammeln im Herbst Nüsse und lagern sie in Verstecken ein, um sie im Winter wieder auszugraben. Ein vielleicht abwegigeres Beispiel sind Tiere die einen Winterschlaf abhalten und dort von den Fettreserven zehren. Die Natur kennt also verschiedene Formen der Vorsorge und es scheint, als würde die Evolution Spezien mit dem Überleben belohnen, welche sich dieser Strategien bedienen.

Vorräte im Alltag des 21. Jahrhunderts

Heute, zu Zeiten uneingeschränkter Verfügbarkeit, können wir zu jeder Tages- und Nachtzeit Essen kaufen und konsumieren. Das Halten von Vorräten hat deshalb ein verstaubtes und veraltetes Image. Dennoch gibt es Gründe, warum auch in einem modernen Haushalt der Vorrat einen Mehrwert bieten kann:

  • Zeitersparnisse - Wer einen Vorrat besitzt und davon zehren kann, muss nicht täglich einkaufen.
  • Kostenersparnisse - Man kann von Preissenkungen profitieren und muss nicht kaufen, wenn's teuer ist.
  • Flexibilität - Bei spontanem Besuch oder im Krankheitfall kann hat man trotzdem immer etwas leckeres kochen.

Krisenvorsorge

Als Gesellschaft investieren wir viel Geld und Zeit, in die Versicherung unserer Autos, Häuser, unseres Mobiliar oder ins Leben um die Hinterbliebenen zu schützen und abzusichern. Es soll sogar Leute geben, die sich gewisse Körperteile versichern lassen. Mit der Möglichkeit beinahe sämtliche monetären Risiken durch Versicherungen abzudecken, wirkt die sehr eingeschränkte Vorbereitung bezüglich lebensbedrohender Krisen schon fast zynisch. Die primären Bedürfnisse (TBD LINK Bedürfnisshierarchie) deren Abdeckung unser Überleben sichert - Nahrung, Schutz und Wärme - lassen wir dabei aber in vielen Fällen unbeachtet und "unversichert".

Das hat einerseits mit dem vorhandenen Wohlstand zu tun, der in grossen Teilen Europas vorhanden ist: Wir arbeiten nicht vorwiegend für Nahrung und Schutz, sondern können einen erheblichen Teil unserer Einkommens in Luxusgüter investieren. Andererseits haben wir in den vergangenen Jahrzehnten viel Vertrauen in Funktionsweise unserer Gesellschaft aufbauen können. Die Staaten in Europa haben für Stabilität gesorgt.

Die entscheidende Frage ist, ob sich der Status quo erhalten lässt und ob das Vertrauen in staatliche Behörden auch in Zukunft gerechtfertigt bleibt. Falls nicht, sind Vorratshaltung und eine durchdachte Vorbereitung für den Krisenfall eine Versicherung der unbürokratischen Art.

Einzelne Staaten, z.B. Deutschland, legen als Reserve nationale Krisenvorräte an. Diese sollen im Notfall die Grundversorgung sicherstellen - vorwiegend in Ballungszentren. Sowohl in Deutschland, Österreich und der Schweiz empfehlen die jeweiligen Ämter die Haltung eines privaten Notvorrats und einer minimalen Ausrüstung für den Krisenfall. Typischerweise soll damit die Überbrückung von Krisen auch in abgelegenen Regionen für ein bis zwei Wochen sichergestellt werden können. Ähnliche Empfehlungen existieren von einer Vielzahl humanitärer Organisationen - darunter auch das Internationale Rote Kreuz.

Welche Krisen?

Zusammenfassend verlassen wir uns also in der Regel auf staatliche Institutionen, welche selbst Empfehlungen zur privaten Vorsorge aussprechen. Grundsätzlich nicht ein sehr vertrauensvolles Signal! Es stellt sich also die Frage, welche Krisen überhaupt denkbar sind und wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass eine gewisse Situation tatsächlich entsteht.

Nachfolgend eine Liste mit denkbaren Krisen und Szenarien. Einige Situationen sind der Vollständigkeit halber mehrfach aufgeführt. Die Liste ist nicht abschliessend und wird ohne Berücksichtigung der Eintretenswahrscheinlickeit aufgeführt:

Realistische und "gewöhnliche" Notfälle, die uns im Alltag begegnen können:
  • Autounfälle, Auto-Zusammenbrüche, Steckenbleiben im Schnee,...
  • Medizinische Vorfälle, in denen Nothilfe notwendig ist (Herzstillstände, Verbrennungen, Frakturen,..)
  • Einbrüche, Entführungen, Häusliche Gewalt
  • Feuer
  • Kälteeinbrüche und gefrorene Wasserzuleitungen
  • Stromausfälle
  • Überschwemmungen
  • Verlust der Orientierung z.B. beim Wandern
  • ...
Naturkatastrophen und Klimawandel
  • Überschwemmungen
  • Extreme Trockenheit und Dürrekatastrophen
  • Erdrutsche
  • Erdbeben, Tsunamis
  • Stürme, Hurricanes, Orkane
  • Vulkanausbrüche
  • Waldbrände
  • ...
Veränderte Wirtschaftslage
  • Wirtschaftskriege
  • Arbeitslosigkeit
  • Globalisierung und Verschiebung der Arbeitsstandort
  • Automatisierung
  • ...
Kriege und Terrorismus
  • Seuchen (HIV/Aids, Ebola, Zika,..)
  • Bürgerkriege, Unabhängigkeitskriege,
  • ABC Waffen (Atomar, Biologisch, Chemisch)
  • Terroranschläge jeglicher Art
  • ...
Krankheiten, Migration und Massenpaniken
  • Zwischenstaatliche Auseinandersetzungen und Konflikte
  • Terroranschläge biologischer Art
  • Migration aufgrund von Klimawandel
  • Migration aufgrund sozialer Unausgeglichenheit
  • ...
Technologien und Technik
  • Atomkraftwerk Fehlfunktion
  • Künstliche Intelligenz
  • Genmanipulation
  • ...
Hollywood, Science Fiction und Fantasy
  • Invasion durch Aliens
  • Fataler Asteroideneinschlag
  • Zombies und Untote
  • ...

Die Liste ist nicht vollständig und beliebige Kombinationen von Krisen und Notfällen sind denkbar. Disruptive Ereignisse, die tatsächlich zur Erschütterung der Geselschaftlichen Struktur führen können, sind natürlich nicht vorhersehbar. Diese Unvorhersehbarkeit stellt ein zentrales Argument für die Krisenvorsorge dar. Die Eintretenswahrscheinlichkeit einzelner Notfälle reicht natürlich von "nicht existent" bis zu "realistisch". Die Einschätzung der Wahrscheinlichkeiten für ein Eintreten ist eine individuelle Angelegenheit, die von vielen Faktoren abhängt. Eine solche Einschätzung erachten wir als Grundlage für die individuelle Vorsorge für sämtliche Krisen. Wir nutzen dafür eine Methode, die ursprünglich aus der Raumfahrt kommt und heute in vielen Bereichen des Ingenieurwesens Anwendung findest Du hier:(Ausgewogene Krisenvorbereitung dank Risikoabschätzungen).